Tagung

Jahrestagung: Erinnerung – Tradierung – Mobilität. Transformationen der deutschen Minderheiten in Mittel- und Südosteuropa, 8.-10. Oktober 2026

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Trachtenpuppen einer Puppenausstelleung in Geresdlak.

Acht Jahrzehnte nach den historischen Zäsuren von 1944/45 stehen die deutschen Minderheiten in Mittel- und Südosteuropa vor einem tiefgreifenden Epochenwechsel: Mit dem Ende der direkten Zeitzeugenschaft vollzieht sich der Übergang vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis. Die diesjährige Jahrestagung widmet sich dieser Transformation und untersucht in drei thematischen Sektionen das Spannungsfeld zwischen Identität, Migration und Erinnerung. Die Beiträge analysieren, wie mediale Diskurse und statistische Erhebungen gegenwärtige Minderheitenidentitäten formen, welche Rolle transnationale Mobilität sowie das materielle und immaterielle Erbe in den Siedlungsgebieten spielen, und wie traumatische Erfahrungen der Nachkriegszeit im Spannungsfeld von Politik, Tabus und Literatur reflektiert werden. Ziel ist eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme über das dynamische Fortwirken oder die museale Transformation dieser Minderheiten im Europa des 21. Jahrhunderts.

Donnerstag, 8. Oktober

Schloss Hohentübingen, Ernst von Sieglin Hörsaal
18 Uhr
Begrüßung
Prof. Dr. József Fortágh, Prorektor der Universität Tübingen
Eröffnung
Prof. Dr. Reinhard Johler, Leiter des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde
Einführung
Dr. Beáta Márkus (Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde)
18:30 Uhr
Keynote  
Erinnerung(en), Zugehörigkeit(en) und das materielle Erbe der Zwangsmigration der Deutschen in verflechtungsgeschichtlicher Perspektive
Dr. Catherine Perron (CERI – Sciences Po/CNRS in Paris)
19:15 Uhr
Buchvorstellung
Mathias Beer/Reinhard Johler: Diversity in the Danube Region (19th and 20th Century). Approaches, Methods, Results.
19:45 Uhr
Empfang

 

Freitag, 9. Oktober

Schloss Hohentübingen, Ernst von Sieglin Hörsaal
I. Identität und Diskurs
Moderation: Dr. Cristian Cercel
9 Uhr
The Commodification of Identity: Romanian German Heritage as Symbolic Capital
Dr. Ovio Olaru (Universität Sibiu)
9:30 Uhr
The German Minority in Hungary Today: Identity Patterns and Sociodemographic Characteristics in the Light of the 2022 Census
Dr. András Morauszki (Eötvös-Loránd-Universität Budapest, Institut für Minderheitenforschung)
10 Uhr
Diskussion
10:30 Uhr
Kaffeepause
11 Uhr
Rumäniendeutsche mediale Identität des 21. Jahrhunderts im deutschsprachigen Mediendiskurs Rumäniens
Dr. Alois-Richard Kommer (Siebenbürgisch-ungarische Universität Sapientia, Neumarkt am Mieresch)
11:30 Uhr
„Wenn er mein Schwäbisch nicht verstand, musste ich mein Deutsch benutzen”: interdisziplinäre Untersuchungen zur Pflegemigration ungarndeutscher Frauen aus Südungarn in den deutschen Sprachraum
Dr. Gabriella Sós (Stiftung Deutsches Institut, Bonyhád)
12 Uhr
Diskussion
12:30 Uhr
Mittagspause

 

II. Migration und Erbe
Moderation: PD Dr. Olivia Spiridon
14 Uhr
Kirchen und Archive: Zeugnisse Banater Kolonien in Bulgarien
Prof. Dr. Thomas Bohn (Universität Gießen)
14:30 Uhr
Transforming Traditions: New Migrants in Hungarian Danube Swabian Settlements
Dr. Kyra Tomay – Dr. Tamás Ragadics (Universität Pécs)
15 Uhr
Diskussion
15:30 Uhr
Kaffeepause und Buchpräsentation
16 Uhr
Tradierung historischer Narrative und Transformation der Erinnerung in den Erlebnisberichten und Prosawerken der Donauschwaben aus dem ehemaligen Jugoslawien
M.Sc. Ivica Leovac (Universität Zadar)
16:30 Uhr
Das kulturelle Erbe der ethnisch Deutschen im heutigen Rumänien
Dr. Roxana-Alice Stoenescu (Babeș-Bolyai-Universität, Cluj-Napoca)
17 Uhr
Diskussion

 

Samstag, 10. Oktober

Schloss Hohentübingen, Ausstellungsraum LUI
III. Erinnerung und Trauma
Moderation: PD Dr. Daniela Simon
9 Uhr
Erinnerungskultur und ungarisch/baden-württembergische Beziehungen in Rátka: Das Beispiel eines ungarndeutsch geprägten Dorfes in Nordostungarn
Prof. Dr. Michael Prosser-Schell (Institut für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europa, Freiburg)
9:30 Uhr
Erinnerung und Gedächtnis an die Deportation der Sathmarer Schwaben
Dr. Réka Marchut (Eötvös-Loránd-Universität Budapest, Institut für Minderheitenforschung)
10 Uhr
Diskussion
10:30 Uhr
Kaffeepause
11 Uhr
Zwischen Trauma und Politik: Kann an das Leiden der Deutschen im Nachkriegspolen öffentlich erinnert werden?
Dr. Magdalena Lemańczyk (Institut für politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften)
11:30 Uhr
Von Tabu zum nationalen Gedenken: Transformation der Erinnerungskultur an die Verfolgung der Ungarndeutschen
Dr. Beáta Márkus (Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen)
12 Uhr
Diskussion
12:30 Uhr
Abschlussdiskussion

 

Tagungsprogramm als pdf

 

Kontakt:
Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde
Mohlstraße 18
72074 Tübingen
Tel.: 0049-(0)7071-9992-500
E-Mail: poststelle@idgl.bwl.de
 

Konzeption und Organisation:
Dr. Beáta Márkus
Tel.: 0049-(0)7071-9992-513
E-Mail: beata.markus@idgl.bwl.de