Jahreskonferenz/Annual Conference des Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa
Fließende Grenzen. Wassernutzung in Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas
Fluid boundaries. Water bodies and their use in the history and culture of Eastern Central Europe
26.-27. Oktober 2026
Gewässer formen Landschaften, prägen Siedlungsmuster und erleichtern Handel. Mit Blick auf das wissenschaftliche Schaffen von Matthias Hardt diskutiert die Tagung ihre Bedeutung für Ostmitteleuropa von der Vormoderne bis in die Gegenwart unter den Aspekten Erschließung, Abgrenzung und Austausch. Durch Wasserbaumaßnahmen wurden Naturräume erschlossen, Urbarmachung und Melioration ermöglichten landwirtschaftliche Nutzung sowie die Gründung neuer Siedlungen. Zugleich verbanden Wasserwege Städte, Märkte und Gesellschaften und förderten die Verbreitung von Wissen. Flüsse wie Weichsel, Oder und Donau entwickelten sich zu wichtigen Achsen transregionaler Interaktion. Gewässer markierten jedoch ebenso Trennlinien und Grenzen. Ihre Funktion als Lebensader, verbindendes Band und Grenzraum macht sie zu einem lohnenden Gegenstand historisch-kulturwissenschaftlicher Forschungen zu Ostmitteleuropa.