Die deutschsprachige Literatur aus Rumänien ist ein einzigartiges europäisches Phänomen. Im Format einer Wanderausstellung vermittelt, soll es in mehreren Ländern Zentral- und Südosteuropas gezeigt werden. Derzeit wird in Kooperation mit Prof. Dr. Raluca Radulescu von der Universität Bukarest das Konzept der Ausstellung ausgearbeitet, das der Verschränkung literarhistorischer, soziologischer und ästhetischer Blickwinkel Rechnung trägt und Themenkomplexe wie Minderheitengeschichte, Literatur in der Diktatur, Migration und literarische Produktion in sich wandelnden kulturellen Feldern in den Vordergrund rückt. Die deutschsprachige Literatur aus Rumänien ist aus historisch unterschiedlichen Regionen hervorgegangen und nimmt auf einen Raum mit fließenden Grenzen Bezug – so etwa das Banat, die Bukowina und Siebenbürgen. Im 20. Jahrhundert erlebten deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus diesen Regionen dramatische historische Zäsuren, in deren Folge das literarische Feld im Kontext verschiedener kollektivistischer Ideologien seine Autonomie aufgeben und sich auf schwierige und problematische Aushandlungen mit dem politischen Feld einlassen musste. Im Rahmen eines Workshops wurde die Konzeption der Ausstellung zur Diskussion gestellt und Umsetzungsmöglichkeiten ausgelotet. Antragstellungen für die Finanzierung des Projekts sollen 2026 erfolgen und parallel wird in Privat- und Staatsarchiven nach dreidimensionalen und multimedialen Materialien recherchiert.
