Vorträge

Geschichte im kollektiven Gedächtnis

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  • Liszt-Institut Stuttgart (Christophstr. 7, 70178 Stuttgart)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die deutschen Minderheiten aus den Staaten Ostmitteleuropas im Namen der kollektiven Schuld nach Deutschland vertrieben. Aus Ungarn wurde am 19. Januar 1946 der erste Zug aus Budaörs/Wudersch losgeschickt, und bis 1948 wurden etwa 200.000 Menschen zunächst in die amerikanisch, dann in die sowjetische Besatzungszone Deutschlands gebracht. Die Entrechtung und Enteignung, die kollektiven Sanktionen, die zerstörten Existenzen und zerrissenen Familien verursachten bei den Betroffenen bleibende Traumata und sozioökonomische Nachteile, die bis heute nicht vollständig aufgearbeitet und überwunden werden konnten. Im Rahmen der Veranstaltung stellen Experten die Zwangsmigrationsprozesse in Ungarn in den 1940er-Jahren sowie den aktuellen Stand der Forschung vor und untersuchen, wie die Vertreibung der Ungarndeutschen heute im kollektiven Gedächtnis der ungarischen Gesellschaft, in der wissenschaftlichen Forschung und im Schulunterricht präsent sind.

Vorträge:

Dr. Ágnes Tóth (ELTE-HTK): Zwangsmigration und Machtumstrukturierung in Ungarn (1945-1958)

Dr. Péter Schweininger (ELTE-BTK): Die Spuren des Verschweigens. Die Darstellung der Vertreibung der Ungarndeutschen in den heutigen ungarsischen Geschichtsnarrativen im Spiegel der Sekundarstufe

Moderation:
Dr. Beáta Márkus (IdGL)

Veranstaltung in Kooperation mit dem Liszt-Institut, Stuttgart

Eintritt frei, Anmeldung erwünscht auf culture.hu/de/Stuttgart beim Programm oder uki-s(at)uki-s(dot)de