Ordnungswandel und kulturelle Vielfalt

Gegenstand des Forschungsbereichs sind die vielfältigen Ordnungswechsel vor dem Hintergrund der kulturellen Vielfalt Südosteuropas. Im Mittelpunkt stehen politische Zäsuren und Zeitenwenden wie Systemwechsel, Kriege, Revolutionen und Reformen mit ihren jeweiligen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Hintergründen und Auswirkungen. Räumlich und zeitlich hat der Forschungsbereich die Regionen und Länder des ehemaligen Jugoslawiens im 20. Jahrhundert im Blick. Unter sozialen Ordnungen werden wandelbare, durch Strukturen und Praktiken geprägte Gebilde verstanden. Die laufenden Forschungsvorhaben konzentrieren sich deshalb auf die Akteur*innen des Wandels und deren Handlungen, die die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformationen gestalteten. Gefragt wird nach den Wahrnehmungen und dem Umgang von Individuen und Gruppen mit kultureller Vielfalt in Zeiten des Umbruchs. Wichtig erscheint es, die Prozesse der Differenzbildung und Kategorisierung kultureller und ethnischer Verhältnisse zu untersuchen und damit die Grundlagen von Inklusion und Exklusion von Menschen zu thematisieren. Inhaltliche Zugänge sind z.B. urbane Lebenswelten und Selbstbilder, kulturelle Grenzziehungsprozesse und Wissenstransfer, Umgang mit kulturellem Erbe, Ordnungsvorstellungen unterschiedlicher Gruppierungen u. a.

Derzeit werden zwei Projekte bearbeitet:

Häfen an der Donau: Geschichte, Architektur, Menschen

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Städte im Wandel

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Aktuelles aus den Projekten

Fernsehbeitrag des TV Senders Nova aus Pula anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Vajka kontra. Istrien - eine multikulturelle Region“, die von PD Dr. Daniela Simon kuratiert und im Rahmen der Tagung „A Genealogy of Practices and Discourses of Inclusion and Exclusion in Istria since the 1960s“ am 12. und 13. April in Pazin präsentiert wurde.

Der Fernsehbeitrag kann hier eingesehen werden.

Ausstellung und Tagung sind Teil des seit 2015 von Prof. Dr. Reinhard Johler geleiteten Teilprojekts zu Istrien im 19. und 20. Jahrhundert, das am Tübinger Sonderforschungsbereich 923 Bedrohte Ordnungen" in zwei Phasen durchgeführt wird.

Die Ausstellung kann über diesen Link eingesehen werden.

Live-Interview des Radios Senders Rojc aus Pula mit Frau Simon während der Ausstellungseröffnung „Vajka kontra“.

Der Balkan – Europas bequemes Vorurteil?

In diesem Podcast sprechen die Moderator*innen Livia Schweyer und Tobias Rotzinger mit Daniela Simon über die komplexe Geschichte und kulturelle Vielfalt der Region Südosteuropa. Dabei setzen sie sich kritisch mit den vorherrschenden Stereotypen und Vorurteilen auseinander, geben einen Überblick über die historische Entwicklung und erläutern, welche Auswirkungen diese auf die Identitätsbildung der Menschen in Südosteuropa haben. 

Link zum Podcast

Zwischen dem 6. und 8. Oktober fand eine internationale Tagung unter dem Titel „The City in Transition: Transformation Processes in Southeastern Europe since the 1980s“ in Tübingen statt. An der englischsprachigen Tagung haben Wissenschaftler*innen aus den Niederlanden, Großbritannien, Serbien, Österreich, Ungarn und Deutschland teilgenommen. Ihre Vorträge fokussierten einige große und mittelgroße Städte in Ungarn, Rumänien, Tschechien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien und Serbien. Ein Tagungsbericht folgt in Kürze.

Das Foto zeigt Daniela Simon mit dem Keynote Speaker Ger Duijzings bei der Tagungseröffnung.

2022 wurde eine virtuelle Ausstellung mit dem Titel „Bridges Beyond Lights. Europäische Kulturhauptstadt Novi Sad 2022“ fertiggestellt . Diese bildet den Auftakt für eine dreiteilige und in Kooperation mit anderen Forschungsbereichen am IdGL ausgearbeitete Ausstellung zu den Kulturhauptstädten und Regionen Europas 2022 und 2023 Novi Sad, Temeswar und Veszprém-Balaton. Die Ausstellungsexponate stammen überwiegend aus dem Institutsarchiv.

Zwischen dem 29.10. und 2.11. fand im Rahmen des Seminars „StadtLesen  und StadtBeschreiben. Kulturhauptstadt Novi Sad 2022“ an der Universität Tübingen eine Exkursion nach Novi Sad statt. An der zusammen mit Prof. Dr. Johler geleiteten Exkursion nahmen 15 Tübinger Studierende der Geschichtswissenschaft und der Europäischen Kulturwissenschaft teil. Die Feldforschung während der Exkursion wurde in einer virtuellen Ausstellung aufgearbeitet. Die Ausstellung kann hier eingesehen werden.

Das Foto zeigt Studierende aus Tübingen und Novi Sad.

Leiterin des Forschungsbereichs

PD Dr. Daniela Simon