Postkarte des Monats Juli

Veröffentlicht am 01.07.2021

In einer am 23. April 1779 von Maria Theresia ausgestellten Urkunde wurde die Stadt Fiume (heute Rijeka) mit dem umliegenden Gebiet, insgesamt 19,57 km², an die ungarische Krone angeschlossen.

Eine goldene Zeit erlebten Hafen und Stadt nach dem kroatisch-ungarischen Ausgleich im Jahre 1868. In den Jahrzehnten des Dualismus entwickelte sich die hauptsächlich von Italienern und Kroaten bewohnte Hafenstadt, die zwar rechtlich nach wie vor zu Ungarn gehörte, aber territorial von ihm getrennt war, mit staatlicher Unterstützung zum zehntgrößten Hafen Europas.

Der Ausbau des Hafens wurde durch die Einführung des Bismarck‘schen Schutzzollsystems begünstigt, zu einer Zeit, als eines der wichtigsten ungarischen Exportgüter, das Mehl, seinen deutschen Markt verlor. Die mit staatlicher Unterstützung und ausländischem Kapital gegründete Adria Königlich-Ungarische Schifffahrtsgesellschaft, deren einstiger Hauptsitz am Budapester Szabadság-Platz steht, wickelte in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg 17 % aller ungarischen Warenexporte und fast ein Zehntel der Importe über den Hafen in Fiume ab.

1875 wurde in Fiume auch die erste Torpedofabrik der Welt gegründet, die später berühmte Werft und Torpedofabrik Whitehead and Company, deren Ruinen noch heute im Hafen von Rijeka zu sehen sind.

Fiume war aber auch der Ausgangshafen für viele Auswanderer in die Neue Welt. Zwischen 1871 und 1913 wurden in den Seehäfen mehr als zwei Millionen Auswanderer aus Ungarn registriert, die den Kontinent hauptsächlich über die norddeutschen Häfen verließen. 1903 erhielt die Gesellschaft Cunard Line aus Liverpool von der ungarischen Regierung die Lizenz für den regelmäßigen Schiffsverkehr. Seitdem verkehrten die Schiffe mit den ungarischen Emigranten zweiwöchentlich zwischen Fiume und New York.