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Das Institut

Forschungsauftrag

Das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde ist 1987 als eine dem Innenministerium des Landes Baden-Württemberg unmittelbar nachgeordnete außeruniversitäre Forschungseinrichtung gegründet worden. Dank seiner klaren Aufgabenstellung, seines innovativen thematischen Zugriffs und seiner interdisziplinären Ausrichtung ist das IdGL eine national und international anerkannte Forschungseinrichtung.

Dem IdGL obliegt es inhaltlich, „die Geschichte, Landeskunde und Dialekte der deutschen Siedlungsgebiete in Südosteuropa sowie die zeitgeschichtlichen Fragen von Flucht, Vertreibung und Eingliederung der deutschen Heimatvertriebenen zu erforschen und zu dokumentieren.“ Zudem soll es „die Abhaltung entsprechender Lehrveranstaltungen an den Universitäten des Landes fördern, Publikationen herausgeben und wissenschaftliche Tagungen durchführen“.

Migrations – Minorities – Memories

Diesen Gründungsauftrag setzt das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in drei großen Arbeitsfeldern um: Forschung und Lehre, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit. Die inhaltlichen Leitbegriffe und somit auch die zentralen Kompetenzfelder bilden dabei Migrations (Migrationen), Minorities (Minderheiten) und Memories (Erinnerungen).

Forschung und Lehre: Interdisziplinäre Zugänge

Das IdGL ist interdisziplinär ausgerichtet und verbindet in seinen Arbeitsbereichen historische, geographische, politik-, literatur-, sprach- und kulturwissenschaftliche Zugänge. Diese folgen in ihrer Grundlagen- und projektbezogenen Forschung einer doppelten transfergeschichtlichen Fragestellung: Erforscht werden zum einen Wechselbeziehungen, die der historischen Auswanderung im multikulturellen Siedlungsraum in Südosteuropa folgten; zum anderen werden Austauschprozesse untersucht, die sich nach Flucht, Vertreibung und Aussiedlung zwischen Baden-Württemberg bzw. Deutschland und den ehemaligen Siedlungsgebieten entwickelt und sich in der Gegenwart – Stichwort Donauraumstrategie – erheblich weiter entwickelt haben.

Eine international vernetzte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

Das vom IdGL ins Visier genommene Forschungsfeld ist klar definiert. Es umfasst das nördliche Südosteuropa – somit im Wesentlichen die heutigen Staaten Ungarn, Rumänien, Kroatien und Serbien. Zu Forschungseinrichtungen in diesen Ländern pflegt das IdGL dichte – durch Kooperationsverträge auf Dauer gestellte – internationale Kooperationen, die Forschung und Lehre verbinden. Zudem sichert ein eigenes Stipendienprogramm die Förderung des Kontaktes zum dortigen wissenschaftlichen Nachwuchs.

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Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit

Als außeruniversitäres Forschungsinstitut bildet der Bereich der Dokumentation und Pflege der wissenschaftlichen Infrastruktur am IdGL eine zentrale Aufgabe. Diese findet ihren Ausdruck ebenso in der Fachbibliothek mit ihren bedeutenden Südeuropa-Beständen wie in dem ständig durch Schenkungen bzw. Ankäufe erweiterten, (digital) erschlossenen und somit öffentlich zugänglichen Archiv und dem Bildarchiv (Fotos, Graphiken) des Instituts.

Ein zentrales Anliegen des IdGL ist es zudem, mit seinen jährlich stattfindenden Tagungen, seinen Schriftenreihen, seinen Ausstellungen und Vorträgen einen Wissenstransfer zu befördern und so die Öffentlichkeit zu erreichen. In Tübingen geschieht dies durch eine besonders enge, über einen Partnerschaftsvertrag geregelte Kooperation mit der Eberhard Karls Universität.