Weitere Publikationen

Luther und die Evangelisch-Lutherischen in Ungarn und Siebenbürgen. Augsburgisches Bekenntnis, Bildung, Sprache und Nation vom 16. Jahrhundert bis 1918. Hg. von Márta Fata und Anton Schindling. Münster, 2017

ISBN 978-3-402-11599-2

Der Tübinger Tagungsband nimmt die Lutherdekade 2007–2017 zum Anlass, die Frage nach der Wirkungsgeschichte der von Martin Luther und den Wittenberger Reformatoren geprägten theologischen Bewegung des Luthertums im historischen Ungarn und Siebenbürgen und deren geistes-, sozial- und kulturgeschichtlichen Folgen zu stellen. Über die europäischen Gemeinsamkeiten hinaus kann das dortige Luthertum Spezifika aufweisen, deren besonderer Stellenwert sich im interdisziplinären Vergleich zeigt. So war die lutherische Reformation in Ungarn und Siebenbürgen stark durch den Humanismus und das Denken Philipp Melanchthons beeinflusst – ganz ähnlich wie das landestypische Reformiertentum. Die lutherische Reformation verbreitete sich gleichermaßen unter Deutschen, Slowaken, Slowenen und Ungarn, teilweise auch unter den Kroaten. Die vier lutherischen Sprachgruppen lebten vom 16. Jahrhundert bis 1918 in friedlicher Koexistenz und bereicherten einander durch die wechselseitige Übernahme etwa von Übersetzungen oder Kirchenliedern. Sprache und Konfession waren im historischen Ungarn nicht deckungsgleich: So entwickelten sich neben der Konkurrenz der einzelnen Konfessionen zeitweise auch innerhalb der einzelnen lutherischen Sprachgruppen miteinander konkurrierende Identitäten bzw. politische Auffassungen über Staat und Nation. In der slowakischen Nationsbildung im 19. Jahrhundert konnte die lutherische Bildungselite eine ähnlich große Rolle spielen wie die reformierte während des ungarischen Nations- und Staatsbildungsprozesses. Das Luthertum in Ungarn und Siebenbürgen war außerdem von Anfang an in einen Kommunikationsraum des internationalen Luthertums eingebunden, der sich durch die Migration von Menschen und den Transfer von Ideen auszeichnete.


Fließende Räume. Karten des Donauraums 1650-1800 = Floating Spaces. Maps of the Danube Region 1650-1800. Katalog zur internationalen Wanderausstellung des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen, und des Landesarchivs Baden-Württemberg. Hg. von Josef Wolf und Wolfgang Zimmermann. Regensburg 2017.

ISBN 978-3-7954-3218-8

Landkarten prägen unsere Vorstellung von historischen Räumen. Sie legitimieren herrschaftliche Ansprüche und kulturelle Abhängigkeiten, sie grenzen ab und verbinden zugleich. Moderne Forschungen lassen keine Zweifel: Die subitle 'Macht' der Kartografen ist besonders wirkungsvoll. Der Donauraum belegt dies in eindrücklicher Weise.

In den militärischen Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich wurden im 17./18. Jahrhundert weite Teile Südosteuropas für das Habsburgerreich erobert. Kartografen brachten die neu erworbenen Territorien und ihre Nachbargebiete ins Bild. Sie vermittelten Kenntnisse der Geografie und verbreiteten historische Ereignisse. So enstand durch und über Karten das Wissen zu einer europäischen Großregion.

Die zweisprachige Ausstellung "Fließende Räume. Karten des Donauraums 1650-1800", "Floating Spaces. Maps of the Danube Region 1650-1800" macht die Erfindung des Donauraums nachvollziehbar. Zusammen mit dem Ausstellungskatalog ergründet sie bis heute wirksame räumliche Vorstellungen von Südosteuropa.


Die Türkenkriege des 18. Jahrhunderts. Wahrnehmen - Wissen - Erinnern. Hg. von Wolfgang Zimmermann u. Josef Wolf. Regensburg : Schnell&Steiner, 2017.

ISBN 978-3-7954-3218-8

In den militärischen Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich wurden seit dem späten 17. Jahrhundert weite Teile Südosteuropas für den habsburgischen Kaiser erobert. Österreich stieg zur Donaumonarchie auf. Unter den Leitbegriffen "Wahrnehmen", "Wissen" und "Erinnern" untersuchen 18 Beiträge von internationalen Autorinnen und Autoren, wie diese Kriege in Europa rezipiert wurden, wie durch das Werk von Kartografen und Geografen Wissen über die "unbekannten" Räume erhoben und verbreitet wurde udn wie letztlich der historische Rückbezug auf die Türkenkriege Teil der neuzeitlichen Erinnerungskultur wurde. Die reich bebilderten Beiträge machen aber auch deutlich, dass sich eine Kulturgeschichte der Türkenkriege nicht auf eine Analyse von Konflikten beschränken kann, sondern auch die vielfältigen Formen des kulturellen udn politisch-diplomatischen Austauschs in den Blick zu nehmen hat.


Nijemci u Bosni i Hercegovini i Hrvatskoj - nova istraživanja i perspektive : zbornik radova = Die Deutschen in Bosnien und Herzegowina und Kroatien. Neue Forschungen und Perspektiven / [Za izdavače: husnija Kamberović, Jasna Turkalj, Carl Bethke]. Sarajevo 2015
(Posebna izdanja 13)
ISBN 978-9958-649-24-0

Die in diesem Band zusammengefassten Beiträge sind schriftliche Fassungen von Vorträgen einer vom 4.-5. Oktober 2013 an der Philosophischen Fakultät in Sarajevo abgehaltenen wissenschaftlichen Tagung zum Thema "Die Deutschen in Bosnien und Herzegowina und Kroatien - neue Forschungen und Perspektiven". Veranstalter waren das Zentrum zur Erforschung deutscher Geschichte und Kultur in Südosteuropa an der Universität Tübingen, das Kroatische Institut für Geschichte in Zagreb sowie der Fachbereich Geschichte an der Philosophischen Fakultät in Sarajevo. Vertreten waren Teilnehmer aus Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Serbien, Deutschland, Österreich und Frankreich. Die Tagung dürfte eine der ersten internationalen Konferenzen über deutsche Minderheiten in Bosnien und Herzegowina gewesen sein, oder auch die erste Tagung, welche schwerpunktmäßig den früheren deutschsprachigen Einwohnern Bosniens und Herzegowinas gewidmet war. Darüber hinaus konnte sie zeigen, dass ein Interesse an der Geschichte der Deutschen in Südosteuropa gerade in der jüngeren Wissenschaftlergeneration besteht und unter dem Einfluss aktueller Entwicklungen zugenommen hat...


Donauschwaben und andere : Tübinger Südosteuropaforschung. Hg. von Mathias Beer, Reinhard Johler und Christian Marchetti. Tübingen 2015.
(Tübinger Korrespondenzblatt 61)
ISBN 978-3-932512-73-5


Ettinger, Joseph: Kurze Geschichte der ersten Einwanderung oberösterreichischer evangelischer Glaubensbrüder nach Siebenbürgen / Joseph Ettinger. Hg., kommentiert u. mit einer historischen Einordnung vers. von Mathias Beer. - 1. Aufl. - Bonn 2015.
ISBN 978-3-88294-462-4

Im Jahr 1835 legte der damalige Pfarrer von Neppendorf, heute ein Stadtteil von Hermannstadt (Sibiu) in Rumänien, die erste Geschichte der im 18. Jahrhundert aus Innerösterreich nach Siebenbürgen deportierten Protestanten vor. Sie trug mit dazu bei, dass sich aus den Zwangsmigranten die Gruppe der Landler entwickelte, eine Minderheit innerhalb der Minderheit der Siebenbürger Sachsen.
Die von Mathias Beer vorbereitete und herausgegebene Neuausgabe des Buches von Ettinger - Faksimile, Transkription und historische Einordnung - wendet sich an die interessierte Öffentlichkeit und würdigt zugleich den wissenschaftlichen Stellenwert des Buches und Ettinger als Urvater der Landlerforschung.


Migration und Mythen. Geschichte und Gegenwart - lokal und global. Hg. von Mathias Beer. Ulm 2014.
ISBN 978-3-88294-462-4

Die Macht und Wirkung von Mythen, die mit und als Folge von Migrationen entstanden sind, sowie deren herausragende gesellschaftliche Bedeutung stehen im Mittelpunkt des Bands. In einem chronologischen Längsschnitt vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart werden mit globalen Bezügen, im europäischen Kontext, fokussiert auf die deutsche Geschichte und mit einem dezidierten lokalen Ulmer Bezug Beispiele von Migrationsmythen vorgestellt. Es wird der Entstehung von Mythen im Zusammenhang mit Migrationsprozessen nachgegangen, und es interessieren Funktionen und Wirkung solcher Mythen. Die Beiträge fragen somit gleichermaßen nach der Entstehung von spezifischen Geschichtsbildern in Auswanderungs- und Einwanderungsgesellschaften sowie nach deren über Generationen tradierten und modifizierten Ausformungen. Es handelt sich im Wesentlichen um einen historischen Zugang zu einem grundlegenden Thema der Vergangenheit und Gegenwart, der helfen kann, die manchmal aufgeregten gesellschaftlichen Diskussionen zu Aus- und Zuwanderungsfragen zu versachlichen.


Beer, Mathias: Über den Tellerrand geschaut. Migration und Ernährung in historischer Perspektive (18. bis 20. Jahrhundert). Essen 2014.
(Migration in Geschichte und Gegenwart 7)
ISBN 978-3-8375-0704-1

Migranten nehmen die ihnen jeweils spezifische Art der Ernährung und ihre Art zu essen als Teil ihres kulturellen Gepäcks mit in die neue(n) Heimat(en). In den Lebensmitteln, wie sie sie zubereiten und verzehren, werden Migranten von der aufnehmenden Gesellschaft als Andere erkannt. Zugleich sind die spezifische Nahrungsmittelzubereitung und der gruppenspezifische Konsum von Nahrungsmitteln wesentliche Elemente, über die Migranten ihre alte Heimat in der neuen Umgebung über Generationen bewahren: Mutters Kochtopf wird zur Orientierungshilfe in der Fremde.
Das in der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft kaum untersuchte Interaktionsfeld von Migration und Ernährung ist Thema dieses Bands. Seine Beiträge fragen nach den vielseitigen-historischen Bezügen zwischen Migration und Ernährung. Dabei wird von einem weiten Begriff von "Ernährung" ausgegangen, der als Bestandteil der Alltagskultur Lebensmittel, Zubereitung und Küche, Esskultur und die symbolische Bedeutung von Produkten bis hin zu den Absatzformen umfasst. Ein besonderes Interesse gilt den Aspekten des (kulturell)kulinarischen sowie des Wissenstransfers und der identitätsstiftenden Funktion von Nahrungsmitteln und Speisen.


Fata, Márta: Migration im kameralistischen Staat Josephs II. Theorie und Praxis der Ansiedlungspolitik in Ungarn, Siebenbürgen, Galizien und der Bukowina von 1768 bis 1790. Münster 2014.
ISBN 978-3-402-13062-9

Die neuen Forschungen zum Josephinismus konzentrieren sich auf die kirchen-, verwaltungs-, rechts- oder bildungshistorischen Themen, klammern jedoch Fragen der Migrationsbewegungen als ein Relikt der Geschichtswissenschaft aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gänzlich aus. Doch Wanderungsbewegungen, vor allem staatlich intendierte Siedlungsbewegungen, weisen im Karpaten- und Donauraum schon seit dem Mittelalter eine wichtige wirtschaftliche, sicherheitspolitische und nicht zuletzt gesellschaftsstrukturierende Funktion auf. Diese Feststellung gilt besonders für das 18. Jahrhundert, als Maria Theresia und Joseph II. umfassende Reformen in der Habsburgermonarchie einleiteten. Zentrale Bedeutung dabei erhielten die zahlenmäßige Vermehrung der Bauern und die Verbesserung ihrer Rechtslage mit dem Ziel, die ökonomischen Grundlagen des Staats nach den durch Preußen erlittenen militärischen Niederlagen zu erweitern und zu verstärken. Zu diesem Zweck wurden in der Habsburgermonarchie - ähnlich wie in Preußen - die Methoden der Landparzellierung und der intendierten Einwanderung angewandt. Die Siedlungsmigration deutscher Kolonisten fungierte als wichtiges Mittel der Modernisierung der Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur, welche ab den 1760er-Jahren auch in der östlichen Hälfte der Habsburgermonarchie in Gang gebracht worden war und die unter Joseph II. in den 1780er-Jahren sowohl in Ungarn als auch in Galizien an Dynamik gewann. Die Studie beleuchtet neben der Funktion der Siedlungsmigration im kameralistischen Staat zugleich die Herrschaftspraxis des aufgeklärten Absolutismus am Beispiel Josephs II.


Beer, Mathias: Baden-Württemberg - eine Zuwanderungsgeschichte. Hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Stuttgart 2014.
(Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs 40)
ISBN 978-3-945414-00-2

Baden-Württemberg hat nicht nur eine Zuwanderungsgeschichte, Baden-Württemberg ist eine Zuwanderungsgeschichte. Der Südwesten Deutschlands ist geprägt von unterschiedlichen Zuwanderungsgruppen, die die Gesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg fundamental verändert haben. Zuwanderung hat Baden-Württemberg zu seiner Entstehung, zu seiner wirtschaftlichen Dynamik, zu seiner kulturellen Vielfalt und seiner insgesamt positiven Entwicklung verholfen. In einem Dauerintegrationsprozess haben Altbürger und Zuwanderer Formen des Zusammenlebens gefunden, die das Land geprägt haben. Integration als Daueraufgabe - das verweist gleichermaßen in die Vergangenheit wie in die Zukunft.


Bethke, Carl: (K)Eine gemeinsame Sprache? Aspekte deutsch-jüdischer Beziehungsgeschichte in Kroatien. Vom Zusammenleben zum Holocaust, 1900–1950.
(Studien zur Geschichte, Kultur und Gesellschaft Südosteuropas 12). Berlin u. a. 2013.
ISBN 978-3-643-11754-0

Noch um 1900 waren viele Juden Nord-Kroatiens deutscher Muttersprache, in Städten wie Osijek lebten sie in der Nachbarschaft von "Schwaben" bzw. den Nachkommen deutscher Einwanderer. Im Buch wird zunächst untersucht, wie sich das Verhältnis von Angehörigen beider Gruppen zueinander, zur deutschen Sprache und zur kroatischen Mehrheitsgesellschaft seitdem entwickelte und veränderte. Sodann wird die Zunahme des Antisemitismus in der Zeit des Nationalsozialismus beschrieben; erinnert wird sowohl an die Beteiligung von "Volksdeutschen" an der Judenverfolgung ab 1941, als auch an einzelne Helfer und Retter. Herangezogen wurden Archivalien aus Deutschland, Kroatien, Serbien und Israel.


Deutsche Erzähler aus Rumänien nach 1945. Eine Prosa-Anthologie. Hg. von Olivia Spiridon. Bukarest 2012.
ISBN 978-606-588-325-3


Scriitori germani din România de după 1945. O antologie de proză. Hg. von Olivia Spiridon. Bucureşti 2012.
ISBN 978-606-588-325-3


Heimatsachen. Donauschwäbische Grüße zum baden-württembergischen Geburtstag. Hg. von Reinhard Johler, Josef Wolf u. Christian Glass. Tübingen 2012.
ISBN 978-3-932512-92-6

2012 feiert das Land Baden-Württemberg seinen 60. Geburtstag. Dies war der Anlass für ein ungewöhnliches Projekt: Eine Tübinger Studierendengruppe hat die donauschwäbischen Heimatortsgemeinschaften gebeten, dem Land Baden- Württemberg ein symbolisches Geschenk – eben „Grüße zum baden-württembergischen Geburtstag“ – zu überreichen. Dieses sollte den Dank der Flüchtlinge, Heimatvertriebenen und Aussiedler für die von Baden-Württemberg übernommene Patenschaft für die Donauschwaben zum Ausdruck bringen. Umgekehrt sollten die Geschenke aber ebenso zeigen, wie die donauschwäbischen Flüchtlinge, Vertriebenen und Aussiedler zum Zusammenwachsen des Landes und zu seinem Wohlstand beigetragen haben. Die Resonanz war überwältigend: Knapp hundert donauschwäbische Heimatortsgemeinschaften und Vereine sind der Bitte der Projektgruppe nachgekommen. Die über 500 Geburtstagsgeschenke sind Erinnerungsstücke aus der alten Heimat in Ungarn, Rumänien, Serbien und Kroatien, aber auch Dinge, die die Verbundenheit der Geschenkgeber zu ihrer neuen Heimat Baden-Württemberg ausdrücken. Sie sind damit im besten Sinne des Wortes „Heimatsachen“.


Beer, Mathias: Flucht und Vertreibung der Deutschen. Voraussetzungen, Verlauf, Folgen. München 2011.
(Beck'sche Reihe 1933)
ISBN 978-3-406-61406-4

Der vom nationalsozialistischen Deutschland entfachte Zweite Weltkrieg setzte Europa in Bewegung: Soldaten und Kriegsgefangene, Emigranten und Flüchtlinge, Deportierte und Zwangsarbeiter wurden aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen. Seit der letzten Phase des Krieges traf das Inferno zunehmend auch die deutsche Bevölkerung. Millionen Deutsche verloren zwischen 1945 und 1950 ihre Heimat.
Mathias Beer schildert den Verlauf der Vertreibung, macht deutlich, aufgrund welcher Voraussetzungen sie geschehen konnte und zeigt, welche Folgen die Bevölkerungsverschiebungen für die Nachfolgestaaten des Dritten Reiches hatten. Ein prägnanter und zuverlässiger Überblick für alle, die sich über die wichtigsten Fakten und Hintergründe dieser bis heute heftig umstrittenen Geschichte informieren wollen.


Das Heimatbuch. Geschichte, Methodik, Wirkung. Hg. von Mathias Beer. Göttingen 2010.
ISBN 978-3-89971-788-4

Dieser Band ist die erste Bestandsaufnahme zum Thema »Heimatbuch«, einer der populären Geschichtsschreibung zuzurechnenden Buchklasse. Sie ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden und hat, wie die Tausenden Publikationen im gesamten deutschen Sprachraum zeigen, ihre Vitalität bis in die Gegenwart beibehalten.
Das Heimatbuch vereint seinem ganzheitlichen Anspruch folgend die Bereiche Geschichte, Landeskunde, Geographie, Volkskunde, Soziologie, Sprache und Literatur. Entsprechend kommen in diesem fächer- und grenzüberschreitend angelegten Sammelband Vertreter unterschiedlicher Disziplinen ebenso zu Wort wie ein »Laienforscher«.
Beispiele zur jeweils regional- und zeitspezifischen Ausprägung bilden die Grundlage für eine vergleichende Betrachtung des breiten Spektrums an Erscheinungsformen des Heimatbuchs und die Annäherung an grundsätzliche Fragen zu der weitgehend unerforschten Schriftenklasse. Warum und seit wann werden Heimatbücher geschrieben? Was macht ein Buch zu einem Heimatbuch? Welches Verhältnis besteht zwischen Heimatbuch und Geschichtswissenschaft? Lassen sich unterschiedliche Typen unterscheiden? Wer schreibt Heimatbücher und für wen? Welche Funktion erfüllen sie?


Ihr und wir – Integration der Heimatvertriebenen in Baden-Württemberg. Große Landesausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Stuttgart, 13. November 2009 bis 22. August 2010. Ein Kooperationsprojekt mit dem Institut für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen. Stuttgart 2010
ISBN 978-3-933726-31-5


Bosnien im Fokus. Die zweite politische Herausforderung des Christian Schwarz-Schilling. Hg. von Carl Bethke und Erich Rathfelder. Berlin 2010.
ISBN 978-3-89930-266-0

Bosnien und Herzegowina ist eine der kompliziertesten Gesellschaften Europas. Christian Schwarz-Schilling hat hier in verschiedenen politischen Funktionen gearbeitet und dabei stets das Schicksal der Menschen im Blick gehabt. Er erweist sich als verantwortungsvoller Politiker, als Kämpfer für die Menschen­rechte und als unbestechlicher Kritiker und Zeitzeuge. Sein Leben ist seit 1992 untrennbar mit dem Schicksal des unter Krieg und ethnischer Teilung leidenden Landes verbunden.
Sein Eintreten für die Opfer, sein Kampf gegen unverantwortliches Handeln der Vereinten Nationen während des Krieges und für eine konstruktive Politik der westlichen Demokratien, seine Friedensarbeit als Streitschlichter nach dem Abkommen von Dayton 1995, seine Tätigkeit als Hoher Repräsentant der Internationalen Gemeinschaft und nicht zuletzt sein Engagement als Professor in Sarajevo machen ihn zu einer zeitgeschichtlich bedeutenden Persönlichkeit.
Aus unterschiedlichen Perspektiven reflektieren 22 Autoren und Gesprächspartner das Wirken von Christian Schwarz-Schilling in Bosnien und Herzegowina und die Entwick­lungen und Veränderungsprozesse des Landes.


Calvin und Reformiertentum in Ungarn und Siebenbürgen. Helvetisches Bekenntnis, Ethnie und Politik vom 16. Jahrhundert bis 1918. Hg. von Márta Fata u. Anton Schindling. Münster 2010, 2011.
ISBN 978-3-402-11580-0

Die internationalen und deutschen calvinistischen Forschungen konzentrieren sich bis heute fast ausschließlich auf West- und Mitteleuropa und klammern die ost­mitteleuropäischen historischen Regionen wie Polen, das Königreich Ungarn oder das Fürstentum Siebenbürgen aus. Die beiden Herausgeber des Tübinger Tagungsbandes nahmen das Calvin-Jubiläum zum Anlass, um die Frage nach der Wirkungsgeschichte der von dem Genfer Reformator und von den Zürcher Theologen im 16. Jahrhundert grundlegend geprägten theologischen Bewegung, des Reformiertentums/Calvinismus, im ostmitteleuropäischen Raum zu stellen. Über die europäischen Gemeinsamkeiten hinaus kann nämlich der Calvinismus in Ungarn und Siebenbürgen Spezifika aufweisen, die zugleich seinen besonderen Stellenwert im europäischen Vergleich ausmachen. Die besondere Insel- und Peripherielage prägte dem ungarischen und siebenbürgischen Protestantismus und darin dem Calvinismus aus theologisch-dogmatischer Sicht eigene Merkmale auf. Die im Band dargestellten neuen Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass die These, wonach nur der Calvinismus die ständischen Freiheiten mit der Religionsfreiheit erfolgreich verbinden konnte, nicht aufrechtzuerhalten ist.


Die Ansiedlung der Deutschen in Ungarn. Beiträge zum Neuaufbau des Königreiches nach der Türkenzeit. Hg. von Gerhard Seewann, Karl-Peter Krauss u. Norbert Spannenberger. München 2010.
(Buchreihe der Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa 40)
ISBN 978-3-486-59750-9

Nach der Eroberung der vormals türkisch besetzten Gebiete in den sog. Türkenkriegen (1683-1699 und 1716-1718) war die Geschichte Ungarns im 18. Jahrhundert durch Aufbruch und neue Siedlungsstrukturen geprägt. Neu angesiedelte Kolonisten aus Deutschland gestalteten die Veränderungen entscheidend mit. Zehn renommierte Autoren untersuchen die Prozesse der Ansiedlung und der Eingliederung der Kolonisten und beleuchten auf der Mikro- wie auf der Makroebene deren Akteure. Ins Blickfeld rücken Staat und Administration, kirchliche und weltliche Grundherren sowie immer wieder die Kolonisten und deren Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft des Königreichs.


Gedächtnis der Literatur. Erinnerungskulturen in den südosteuropäischen Ländern nach 1989. Rumänien im Blickfeld. Hg. von Edda Binder-Iijima u. Olivia Spiridon. Ludwigsburg 2010.
ISBN 978-3-86356-001-0


Deutschsein als Grenzerfahrung. Minderheitenpolitik in Europa zwischen 1914 und 1950. Hg. von Mathias Beer, Dietrich Beyrau und Cornelia Rauh. Essen 2009.
ISBN 978-3-8375-0097-4

Deutschsein als Grenzerfahrung behandelt die extrem unterschiedlichen Erfahrungen von Bevölkerungsgruppen an den Grenzen des deutschen Sprachraumes seit dem Ersten Weltkrieg. Es geht dabei um gesellschaftliche Gruppen, deren Angehörige sich entweder selbst als Deutsche verstanden oder denen ihr Deutschsein von außen zugeschrieben wurde. Je nach den wechselnden Situationen hatte dies sehr unterschiedliche, teilweise existentielle Folgen, die an Beispielen von Polen über Rumänien, Ungarn, Slowenien, Südtirol bis zum Elsass vorgestellt werden. In Zeiten von Krieg, Terror, Besatzung und nationalen Konflikten bedeutete Deutschsein in diesem Verständnis immer die Möglichkeit, zum Objekt politischadministrativer Maßnahmen zu werden. Dies konnte Privilegierung oder Diskriminierung bedeuten. Von den wechselnden politischen Machthabern wurden den Menschen Entscheidungen abverlangt, die zwischen Kollaboration, notdürftigem Arrangement mit den politischen Machthabern und Widerstand einzuordnen sind. Im Fall des Nationalsozialismus konnte Anpassung an die Besatzer die Komplizenschaft mit den Verbrechen des Regimes bedeuten. Grenzerfahrung meint also ganz wörtlich Erfahrungen an den Außengrenzen des deutschen Sprachraums. Gleichzeitig lässt sich der Titel dieses Buches metaphorisch als Verweis auf eine Wahrnehmungsdimension verstehen, die – ob aus der Perspektive der Beobachter, der Opfer oder der Täter – das 20. Jahrhundert für viele Zeitgenossen geprägt hat.


Bethke, Carl: Deutsche und ungarische Minderheiten in Kroatien und der Vojvodina 1918-1941. Identitätsentwürfe und ethnopolitische Mobilsierung. Wiesbaden 2009.
ISBN 978-3-447-05924-4

Bei den deutschstämmigen „Schwaben“ der Vojvodina und Ost-Kroatiens ging in der späten Habsburger Monarchie der soziale Aufstieg zum großen Teil mit der Annahme einer (pro-) ungarischen oder kroatischen politischen Identität einher. In Jugoslawien setzte sich dem gegenüber ab 1918 ein Selbstverständnis als „deutsche Minderheit“ durch. Der Erfolg dieser v. a. über das Netzwerk des „Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes“ vermittelten Identitätsoption im „Alltag“ lag zum Teil begründet in der Unterstützung aus dem Deutschen Reich, er korrespondierte aber auch mit Trends gesellschaftlichen und sozialen Wandels sowie spezifischen innen- und außenpolitischen Konstellationen. Der Einfluss des NS-Regimes sowie entsprechender Propagandaeffekte und Mobilisierungstechniken bewirkten Modifikationen in den Feldern von Ideologie und Habitus, zugleich verbreiterten sich die anvisierten Zielgruppen gegen konkurrierende Angebote etwa der Kroatischen Bauernpartei. Die nach jahrelangen Konflikten 1939 erfolgte ,“Machtergreifung“ der nationalsozialistischen „Erneuerer“ im Kulturbund und seinen Institutionen 1939 sollte schließlich auf Ansätze „parallelgesellschaftlicher“ Strukturen hinauslaufen. Ein historischer Vergleich mit der ethnopolitischen Mobilisierung der ungarischen Minderheit - als Irredenta, unter deutlich anderen sozialgeschichtlichen Rahmenbedingungen - zeigte einige konvergente Muster. Es konnten hinsichtlich Politik, Gesellschaft, Organisation und Ideologie aber auch markante Differenzen festgestellt werden, die zur genaueren Spezifizierung und Typologisierung beider Fälle beitragen.


„Die Schiff' stehn schon bereit“. Ulm und die Auswanderung nach Ungarn im 18. Jahrhundert. Hg. von Márta Fata. Stuttgart, Ulm 2009.
(Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Reihe Dokumentation 13)
ISBN 978-3-17-021194-0



Spiridon, Olivia: Untersuchungen zur rumäniendeutschen Erzählliteratur der Nachkriegszeit. Oldenburg und Hamburg 2. Aufl. 2009.
ISBN 978-3-89621-150-1

50 Jahre Temeswarer Germanistik. Eine Dokumentation. Hg. von Horst Fassel. Deggendorf 2008.
ISBN 978-3-934726-40-6


Auf dem Weg zum ethnisch reinen Nationalstaat? Europa in Geschichte und Gegenwart. Hg. von Mathias Beer. Tübingen 2. durchges. und aktualisierte Aufl. Tübingen 2007.
ISBN 3-89308-348-0


Brechungen. Willy Pragher. Rumänische Bildräume 1924-1944. Hg. vom Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, bearb. von Kurt Hochstuhl und Josef Wolf. Begleitband zur Ausstellung. Ostfildern 2007.
ISBN 978-37995-0185-9

Willy Pragher (1908-1992), Kind eines aus Bukarest eingewanderten Chemieingenieurs und einer deutschen Mutter und als Bildjournalist Repräsentant des "Neuen Sehens" in der Fotografie, war Zeit seines Lebens eng mit Rumänien verbunden. Zahlreiche Fotoreisen führten ihn in den 20er und 30er Jahren in die väterliche Heimat, von 1939-1944 war er als Werbefotograf bei einer rumänischen Ölfirma tätig. Sein Nachlass im Staatsarchiv Freiburg gehört zum Grundbestand historischer Bildquellen über Rumänien in der Zwischenkriegszeit. Dieses Land, seit 2007 Mitglied der Europäischen Staatengemeinschaft und unser europäischer Nachbar, ist trotz der allgemeinen Bilderschwemme für viele von uns eine "terra incognita". Wie wenig andere Fotos sind die Bilder Willy Praghers geeignet, zu einer identitätsstiftenden Auseinandersetzung mit Rumänien anzuregen.


Deutsch: Zukunftssprache in den neuen EU-Staaten? Perspektive der deutschen Sprache und Literatur in Ost- und Südosteuropa nach 2004. Arbeiten der Internationalen Wissenschaftlichen Tagung vom 24. bis 26. November 2005 in Tübingen. Hg. von Horst Fassel. Tübingen, Temeswar 2007.
(Karl-Kurt-Klein-Reihe 4)
ISBN 978-973-125-089-2

Publikationen vor 2007

Beer, Mathias: Religiöse Beheimatung nach 1945. Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-Rot. Hg. v. Kirchengemeinderat der Evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-Rot. Stuttgart 2006.
ISBN 978-3-00-019864-9

Peregrinatio Hungarica. Studenten aus Ungarn an deutschen und österreichischen Hochschulen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Hg. von Márta Fata, Gyula Kurucz und Anton Schindling. Stuttgart 2006.
(Contubernium 64)
ISBN 978-3-515-08908-1

Dictionarul al scriitorilor din Banat. Hg. von Facultatea de litere istorie si teologie, Catedra de literatura româna si comparata; Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde. Timişoara 2005.
ISBN 973-7608-33-X

Das deutsche Staatstheater Temeswar nach 50 Jahren vor dem Hintergrund deutscher Theaterentwicklung in Europa und im Banat seit dem 18. Jahrhundert. Hg. von Horst Fassel. Tübingen 2005
(Thalia Germanica 7)

Wolf, Josef: Entwicklung der ethnischen Struktur des Banats 1890-1992: Begleittext. Stuttgart 2005.
(Atlas Ost- und Südosteuropa: aktuelle Karten zu Ökologie, Bevölkerung und Wirtschaft; 2.8-H/ R/ YU)
ISBN 3-443-28519-8

Auf dem Weg zum ethnisch reinen Nationalstaat? Europa in Geschichte und Gegenwart. Hg. von Mathias Beer. Tübingen 2004.
ISBN 3-89308-348-0

Südostforschung im Schatten des Dritten Reiches. Institutionen – Inhalte – Personen. Hg. von Mathias Beer und Gerhard Seewann. München 2004
(Südosteuropäische Arbeiten 119)
ISBN 3-486-57564-3

Über die trockene Grenze und über das offene Meer. Binneneuropäische und transatlantische Migrationen im 18. und 19. Jahrhundert. Hg. von Mathias Beer und Dittmar Dahlmann. Essen 2004.
(Schriftenreihe der Gesellschaft für Historische Migrationsforschung 1)
ISBN 3-89861-365-8

Fassel, Horst: Pannonien vermessen. Ungarnbilder in der deutschen Literatur von Ekkehard IV. bis Siegfried Lenz. Stuttgart 2004.
(Miteinander. Schriftenreihe des ungarischen Kulturinstituts Stuttgart 2)

Förster, Horst und Wolf, Josef:Entwicklung der ethnischen Struktur des Banats 1890-1992 = Developments of ethnic Structure in the Banat 1890-1992: 4 Teilkarten A-D. Wien [2004].
(Atlas Ost- und Südosteuropa: aktuelle Karten zu Ökologie, Bevölkerung und Wirtschaft; 2.8-H/ R/ YU).
ISBN 3-443-28519-8

Gehl, Hans: Materielle und geistige Volkskultur des Oberen Theißbeckens. Einfluss der deutschen Bevölkerung auf die anderen Ethnien der Region = Cultura populara materiala si spirituala din Bazinul Tisei Superioare. Influenta populatiei germane asupra celorlaltor etnii din regiune. Satu Mare, Tübingen 2003.
ISBN 973-99715-8-X

Meltzl, Hugo und Brassai, Samuel: Acta Comparationis Litterarum Universarum. Jahrgang I - Anul I (1877). Neu hg. v. Horst Fassel. Cuj-Napoca, Klausenburg 2002.
ISBN 973-610-105-3

Teatru şi politicǎ – Theater und Politik. Teatre minoritare de limba germanǎ sin sud-estul Europei în secolul al 20-lea – Deutschsprachige Minderheitentheater in Südosteuropa im 20. Jahrhundert. Hg. von Horst Fassel. Cluj-Napoca 2001.
(Karl-Kurt-Klein-Reihe 1)
ISBN 973-610-028-6

Fata, Márta: Ungarn, das Reich der Stephanskrone, im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung. Multiethnizität, Land und Konfession 1500 bis 1700. Münster 2000.
(Katholisches Leben und Kirchenreform im Zeitalter der Glaubensspaltung 60)
ISBN 978-3-402-02981-7

Migration und Integration. Aufnahme und Eingliederung im historischen Wandel. Hg. von Mathias Beer, Martin Kintzinger und Marita Krauss. Stuttgart 1997.
(Stuttgarter Beiträge zur Historischen Migrationsforschung 3)
ISBN 3-515-07190-3